Was, wenn eine uns unbegreifliche Macht in der Lage wäre, unsere verdrängten Gefühle und Gedanken zu materialisieren? Wenn es ihr gelänge, nur aus unseren Erinnerungen uns nahestehende Menschen wiederauferstehen zu lassen – Wesen, die uns mit unserer Vergangenheit konfrontieren und dennoch für immer un(be)greifbar bleiben? Was würde aus uns werden? Genau darum dreht sich Solaris, der berühmte, 1961 veröffentlichte Zukunftsroman des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem, den der deutsche Komponist Detlev Glanert in eine Oper verwandelt hat.

Solaris ist die Geschichte des Psychologen Kelvin, der auf eine Raumstation entsandt wird, die den fernen Planeten Solaris umkreist und auf der sich seit geraumer Zeit seltsame Dinge abspielen. Man warnt Kelvin vor merkwürdigen Erscheinungen, die die Bewohner der Station regelmäßig heimsuchen. Und tatsächlich lässt auch Kelvins persönliches Phantasma nicht lange auf sich warten: Es ist seine ehemalige Geliebte Harey, die mit 19 Jahren Selbstmord beging.