Die Besatzungsmitglieder Eins und Zwei reisen in einer Maschine zur Erforschung der Zeit. Sie landen mitten in einem imaginären Polen zur Zeit König Venceslavs, wo Vater und Mutter Ubu ihr irrwitziges Unwesen treiben, den König morden, ihren eigenen Hintern auf dem Thron installieren, das Volk zwecks reichhaltiger Steuereinnahmen mit Goldmünzen bestechen, die Adeligen mittels Enthirnungsmaschinen ermorden und schließlich gegen den Zar in den Krieg ziehen. Als dieser zurückschießt, zeigt sich Vater Ubu höchst hasenfüßig, doch ein neues Land ist schneller gefunden, als einem lieb sein kann.

Der Erfinder des legendären „Roi Ubu“ Alfred Jarry wurde bereits zu Lebzeiten zur Legende. Der grimmige, geniale und ungemein gebildete Sonderling, der im Paris der Jahrhundertwende die Groteske auf die Spitze trieb, spielte seinen skurrilen, grölenden Protagonisten Ubu auch im Privatleben. Er erfand die groteske wie saftige Figur des König Ubu bereits als Schüler. In seinem ungezügelten Machthunger, angetrieben von Mutter Ubu, findet dieser in Shakespeares Macbeth ein würdiges Vorbild. In ihrer Absurdität sind die begangenen Scheußlichkeiten der beiden, ist das Böse selbst mitunter so zum Lachen, dass einem Angst und Bange werden kann. Die Komposition des Amerikaners Sidney Corbett, die im Spannungsfeld zwischen Elisabethanischer Musik, Deep Purple und Bartók eine musikalische Maschine zur Erforschung der Zeit entwirft, ist eine Auftragsarbeit für das MiR.