Böse Geister errichten ein Labyrinth aus Leidenschaft, Angst und Obsession. Im Zentrum des Strudels, dem keiner zu entfliehen vermag, steht Stavrogin, ein genialisch veranlagter Desillusionierter, von dem sich die anderen Orientierung erhoffen. Es sind große Ideen, die es in seinem Umfeld zu verhandeln gilt: Wie ist es mit der Revolution? Gibt es Gott? Kann man seine Nicht-Existenz beweisen, indem man wie Kirilov einen Selbstmord begehen will, um zu zeigen, dass man in der Lage ist, frei und unabhängig Entscheidungen zu treffen?

Dostojewskis Roman Böse Geister ist wie kein zweites ein Buch der Stimmen: Die Tragödie einer Gesellschaft wird in Monologen und Dialogen entfaltet, die wie Kraftfelder die Handlung vorantreiben. Yona Kims Libretto nutzt diese Kraftfelder und lässt die Dialoge der Hauptfiguren, die Figur des Stavrogin und das Reservoir der Chöre separat nebeneinander stehen. Das Drama des neuen Musiktheaters entsteht dann, so die Komponistin, durch
"eine Bombardierung der Schichten".

Die Stimme steht immer wieder im Zentrum musiktheatraler Werke der vielfach preisgekrönten Komponistin Adriana Hölszky. Feine und genau ausgehörte Klänge, die sich zu fantasievollen Farbkombinationen verbinden, und eine unvermittelt gestische Musik zeichnen ihre Klangsprache aus.

Die Uraufführung wird gefördert von der Stiftung Nationaltheater Mannheim

Die Vergabe des Kompositionsauftrags an Adriana Hölszky wurde ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Mit freundlicher Unterstützung von Deloitte

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