Mit dem berühmten "Zieh, Gedanke, auf goldenen Flügeln" erinnert sich das im babylonischen Exil gefangene Volk Judas seiner Heimat und verleiht seiner Sehnsucht nach Freiheit Ausdruck. Nach der Belagerung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels hat sich der babylonische König Nebukadnezar (Nabucco) selbst zum Gott ausgerufen. Seine eine Tochter Fenena liebt Ismael, den Neffen des Königs von Jerusalem und ist zum Judentum übergetreten. Seine andere (vermeintliche) Tochter Abigaille war in Ismael verliebt und sinnt nun auf Rache. Als sie entdeckt, dass sie das Kind einer Sklavin ist, trachtet sie danach, zur alleinigen Übernahme der Macht, sowohl Nabucco als auch Fenena auszuschalten.

Nachdem Verdis zweites Bühnenwerk "Un giorno di regno" kein großer Erfolg war, zweifelte der 27-Jährige an seiner Karriere als Opernkomponist. Impresario Merelli pochte jedoch auf die Einhaltung seines Vertrages; Nabucco musste geschrieben werden. Zum Glück; später urteilte Verdi: "Dies ist die Oper, mit der in Wahrheit meine künstlerische Laufbahn beginnt."

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