Mit Recht gehört Rigoletto zu den populärsten Werken Giuseppe Verdis.  Wenige Opern sind so reich an melodischer Erfindung und emotionalen Kontrasten wie die ebenso groteske wie berührende Geschichte des Hofnarren Rigoletto und seiner Tochter Gilda.
Am Hofe des Herzogs von Mantua herrschen Ausschweifung und Dekadenz. Keine Frau ist vor den Avancen des Herzogs sicher, der – mit wortmächtiger Unterstützung seines Narren – bei seinen Eroberungen alle moralischen Grenzen überschreitet. Für seine Tochter und sich selbst versucht Rigoletto  jedoch verzweifelt,  eine Gegenwelt der Reinheit zu erschaffen.  Es kommt, wie es kommen muss: Auch Gilda gerät ins Visier des Herzogs, sie entgleitet dem Vater und Rigolettos Versuch, Rache zu nehmen, endet mit ihrem gewaltsamen Tod.
In Karsten Wiegands Inszenierung, Weiterentwicklung seines erfolgreichen Rigoletto für die Staatsoper Hannover von 2006, bildet die Szenenanweisung „Mantua im16. Jh. “ den Ausgangspunkt einer sinnlichen Vergegenwärtigung von Verdis genialer Musik. Am Manierismus des 16. Jahrhunderts orientierte szenische Mittel – Perspektivverschiebungen, Überraschungen und bewusste Suspendierungen der Logik, aber auch große Überredungskunst – lassen das Kulissenhafte von Verdis Theater ebenso sichtbar werden, wie das utopische Potential des Gesangs in der Oper.  Die Titelpartie singt George Gagnidze, der als Rigoletto schon in Parma und an der Metropolitan Opera in New York große Erfolge feierte.

Text in full page